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Wohnungsnot in Pulheim

„Wie bitte? Wir haben ein Wohnraumproblem in Pulheim?“

„Oh Ja!“

 

Für uns hat das Thema „Wohnraumproblem“ viele Facetten und was wir genau damit meinen und was wir für die Zukunft in Pulheim fordern, soll im Folgenden erläutert werden. Die Zahlen, Statistiken und Trends, auf die wir uns beziehen, stammen aus dem Wohnungsmarktbericht NRW aus dem Jahr 2018, welchen man sich über den folgenden Link kostenfrei herunterladen kann:

 

Wohnungsmarktbeobachtung

 

Wenn wir über das Thema wohnen in Pulheim sprechen, ist es nötig sich einmal vor Augen zu führen, wie sich die Entwicklung der Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in den vergangenen Jahren verändert hat: Seit Jahren steigt die Einwohnerzahl in ganz Nordrhein-Westfalen und somit auch die Nachfrage nach Wohnraum stetig an und das nicht nur in den Großstädten, sondern auch in den ländlichen Regionen. Auch die Art bzw. die Bedingungen unter denen wir wohnen haben sich verändert. Denn seit Jahren ist ein starker Anstieg von Single-Haushalten zu verzeichnen, denn etwa 41% der Menschen in NRW leben alleine. Dies lässt sich auf Binnenwanderung, den „flexibleren“ Arbeitsmarkt und auf zunehmend breiter gefächerte Ausbildungsmöglichkeiten teilweise zurückführen. Daher kann man gut nachvollziehen, dass wir im Raum Pulheim und im Land NRW generell einen besonderen und ansteigenden Bedarf an Wohnmöglichkeiten haben. Nun kommen wir zur faktischen Realität und an dieser Stelle möchten wir uns wörtlich auf den Wohnungsmarktbericht beziehen:

„Die Anspannung auf den nordrhein-westfälischen Wohnungsmärkten hat auch im Zeitraum 2017/2018 weiter zugenommen. Das zeigen sowohl die Entwicklung der Mieten und Eigentumspreise als auch die Experteneinschätzungen aus dem NRW.Bank-Wohnungsbarometer. Die preisgünstigen Mietsegmente wurden in fast allen Landesteilen als „angespannt“ bis „sehr angespannt“ eingestuft. “

Was wir also an dieser Stelle festhalten können ist, dass es schwieriger und teurer geworden ist eine Wohnung bzw. ein Eigenheim zu finden und zu zahlen und, dass sich dieser Trend aller Voraussicht nach fortsetzen wird. Zudem wird der errechnete Wohnungsbedarf in den meisten Städten und Regionen nur zu maximal 40% gedeckt. Wie bereits dargestellt leiden besonders Haushalte darunter, die ein niedriges bis mittleres Einkommen haben, Transferleistungen beziehen, Alleinerziehende, Rentner*innen, Auszubildende, Menschen mit Behinderung und Asylberechtigte. Nicht nur auf Bundes-, sondern auch auf kommunaler Ebene geht die allseits bekannte Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander und macht sich auch in Pulheim bemerkbar. Wir sind der Ansicht, dass die Stadt diesen Bedürfnissen nicht hinreichend nachkommt. In Sinnersdorf wurde beispielsweise ein Grundstück an der Ecke Christophstr./ Hedwigstr. 2018 an die GWG verkauft, um dort geförderte Wohnräume zu errichten (dies kann man alles im Ratsinformationssystem der Stadt Pulheim nachlesen). Falls ihr euch gefragt habt, warum dieser Artikel mit einem Bild einer unbebauten Wiese versehen ist: dies ist der aktuelle Stand der sozial-geförderten Wohnungen…

Zudem haben wir uns in den einschlägigen Immobilienportalen umgesehen und aktuell fanden wir nur eine Wohnung, die man mit einem Wohnberechtigungsschein beziehen kann und dies galt auch nur für Senior*innen. (https://www.immobilienscout24.de/Suche/de/nordrhein-westfalen/rhein-erft-kreis/pulheim/sozialwohnung-mieten?enteredFrom=result_list zuletzt aufgerufen am 25.05.2020) Des Weiteren muss erwähnt werden, dass der Zentralort Pulheim nahezu am teuersten ist, gleichzeitig jedoch die beste Anbindung an Köln via ÖPNV-Anbindung bietet. Wer sich vielleicht als junger Mensch (z. B Student*in, Azubi. Etc. …) also kein Auto leisten kann oder bewusst auf ein Auto verzichtet und andere Möglichkeiten nutzt, wird es mehr als schwer haben eine gut angeschlossene Wohnung zu finden.

Dass es aber auch anders gehen kann, zeigt ein Praxis-Beispiel aus dem Umland. Die Stadt Bonn hat Anfang 2017 bei neuen Wohnungsbauprojekten eine Mindestquote von 40% für geförderten Wohnungsbau beschlossen. An dieser Stelle möchten wir nochmals den Wohnungsmarktbericht für sich sprechen lassen:

Gerade in teuren Regionen wie der Rheinschiene fällt es vielen Mietern schwer, bezahlbare Wohnungen zu finden. Das größte Wohnungsunternehmen in Bonn, die kommunale Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG (VEBOWAG), engagiert sich schon lange im geförderten Wohnungsbau. Im Stadtteil Lengsdorf hat sie mit Wohnraumfördermitteln des Landes 49 Wohnungen errichtet. Die 1- bis 4- Zimmerwohnungen sind alle barrierefrei und mit Balkonen oder Terrassen ausgestattet.“

Doch nicht nur eine vergleichbare Quote halten wir in Pulheim für notwendig, sondern auch neue Wohnkonzepte wie etwa ein Mehrgenerationen-Haus oder Wohnen-für-Hilfe, das Kölner Studierenden eine Wohnmöglichkeit im Austausch von Hilfe bei Alltagstätigkeiten etc. bietet. Wer sich besonders für dieses Thema interessiert, findet auf dieser Internetseite: https://www.stadt-koeln.de/service/produkt/wohnen-fuer-hilfe-1?kontrast=schwarz# viele nützliche Informationen.

Abschließend möchten wir noch einmal daraufhin weisen, dass es nicht die EINE Lösung für dieses Problem gibt, aber wir möchten darauf aufmerksam machen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, die in Praxis gut funktionieren. Daher setzen wir uns für in Konzept aus unterschiedlichen Projekten und eine Mindestquote für geförderten Wohnraum ein!